Julius Wess-Preis

Das KIT-Zentrum Elementarteilchen- und Astroteilchenphysik (KCETA) verleiht in regelmäßiger Folge den Julius Wess-Preis an Elementarteilchen- oder Astroteilchenphysiker für herausragende experimentelle oder theoretische wissenschaftliche Leistungen, die unser Verständnis der fundamentalen Naturgesetze erweitern und vertiefen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Prof. Mark Wise erhält Julius Wess-Preis 2021

Am 5. November 2021 wurde der Julius Wess-Preis 2021 an Prof. Mark Wise, theoretischer Physiker für Hochenergiephysik am California Institute of Technolgy (Caltech) in den USA, verliehen. Prof. Wise erhält den Julius Wess-Preis in Anerkennung seiner bahnbrechenden wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der theoretischen Teilchenphysik, insbesondere der Entwicklung moderner effektiver Feldtheorien für die Flavour-Physik, und seines hohen internationalen Ansehens.

Mehrere seiner Entdeckungen wurden inzwischen in Lehrbücher aufgenommen. Darunter die Entwicklung des schwach wechselwirkenden Teils des sogenannten Hamilton-Operators im Jahr 1979, der die Grundlage für die gesamte Theorie der Flavour-Physik darstellt. Weiterhin entwickelte Prof. Wise eine Theorie schwerer Quarks, die das Verhalten von Bausteinen der Atomkerne beschreibt.

Der sogenannte Flavour (engl. für Aroma) ist eine Quantenzahl, die – wie etwa die Ladung oder der Drehimpuls – zur Beschreibung des Zustands von Elementarteilchen dient. Sie ist bei Prozessen der schwachen und der starken Wechselwirkung von Bedeutung. Bei der starken Wechselwirkung, die für den Zusammenhalt von Atomkernen bestimmend ist, bleibt der Flavour erhalten.

Die KIT-Stiftung bedankt sich vielmals für das Engagement der Schleicher Stiftung und gratuliert dem Preisträger herzlich!

Prof. Mark Wise Clara Murgui/Caltech
Prof. Mark Wise

Informationen zum Julius Wess-Preis

Der Julius Wess-Preis wird zu Ehren von Prof. Dr. Julius Wess verliehen, der sich während seiner zwanzigjährigen Tätigkeit an der damaligen Universität Karlsruhe – heute KIT –für die theoretische und experimentelle Elementarteilchenphysik eingesetzt und während dieser Zeit wissenschaftliche Arbeiten von international herausragender Bedeutung veröffentlicht hat. Feldtheoretische Begriffe wie die Wess-Zumino-Wirkung oder die Formulierung der ersten supersymmetrischen Quantenfeldtheorie, des Wess-Zumino-Modells, sind mit seinem Namen verbunden.

Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird von der Schleicher Stiftung in Kooperation mit der KIT-Stiftung finanziert. Er wurde erstmals bei der Eröffnungsveranstaltung des KIT-Zentrum Elementarteilchen- und Astroteilchenphysik (KCETA) im November 2008 verliehen. Die Preisverleihung ist jeweils mit einer für alle Studierenden offenen Vorlesungsreihe der Preisträger am KIT verknüpft. Diese Vorlesungen finden lebhaftes Interesse und tragen nachhaltig dazu bei, dass Studierenden, Doktorandinnen und Doktoranden Details über neueste Forschungsergebnisse vermittelt werden.

Wir bedanken uns herzlich bei der Schleicher Stiftung für Finanzierung des Preisgeldes.

Weitere Informationen rund um den Preis finden Sie hier.

Julius Wess-Preis 2018

Amadeus Bramsiepe, KIT
V.l.n.r.: Prof. Marc Weber (KCETA), Prof. Dieter Zeppenfeld (KCETA), Prof. Sally Dawson, Prof. Oliver Kraft (Vizepräsident des KIT für Forschung), Dr. Irmgard Langbein (KCETA & KSETA)

Am 29. Juli 2019 wurde der Julius Wess-Preis 2018 an die amerikanische Physikerin Prof. Sally Dawson, leitende Wissenschaftlerin am Brookhaven National Laboratory (USA), verliehen. Prof. Dawson erhält den Preis für ihre herausragenden wissenschaftlichen Beiträge zur theoretischen Beschreibung und zum vertieften Verständnis von Prozessen an Hadronencollidern. Das sind große Anlagen, in denen Teilchen auf hohe Energien beschleunigt und zum Zusammenstoß gebracht werden. Ausgezeichnet wird insbesondere der Bezug ihrer Arbeit auf die Physik des Higgs-Bosons, das Materie Masse verleiht und des Top-Quarks, des massereichsten Grundbausteins der Materie. Dabei erwiesen sich ihre theoretischen Erkenntnisse als entscheidend für das Verständnis der Eigenschaften des Higgs-Bosons.

Weitere Informationen zur Vergabe 2018 finden Sie in der Pressemitteilung des KIT vom 22.7.2019.

Die KIT-Stiftung bedankt sich vielmals für das Engagement der Schleicher-Stiftung und gratuliert der Preisträgerin herzlich!

Julius Wess-Preis 2017

Magali Hauser / KIT
V.r.n.l.: Prof. Oliver Kraft (Vizepräsident des KIT für Forschung), Prof. Francis Halzen, Prof. Elisa Resconi (Festrednerin), Prof. Marc Weber (Sprecher KCETA)

Der belgische Physiker Prof. Francis Halzen wurde für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Astroteilchenphysik sowie seine führende Rolle im internationalen Experiment IceCube ausgezeichnet. Am 20. April 2018 fand die Preisverleihung statt. Weitere Informationen zur Vergabe finden Sie in der Pressemitteilung des KIT vom 20.4.2018.

Die KIT-Stiftung bedankt sich vielmals für das Engagement der Schleicher Stiftung und gratuliert dem Preisträger herzlich!

Julius Wess-Preis 2016

Prof. Robert Klanner (links) und Prof. Oliver Kraft (Vizepräsident des KIT für Forschung). Bildrechte: Anne Behrendt/KIT

Am 3. März 2017 erhielt der österreichische Experimentalphysiker Prof. Dr. Robert Klanner, Universität Hamburg und DESY, den Preis für seine grundlegenden Beiträge zur Entwicklung von Silizium-Spurdetektoren. Weitere Informationen zur Vergabe finden Sie in der Pressemitteilung des KIT vom 24.2.2017.

Die KIT-Stiftung bedankt sich vielmals für das Engagement der Schleicher Stiftung und gratuliert dem Preisträger herzlich!

Julius Wess-Preis 2015

V.l.n.r.: Nadine Stricker (Vertreterin der Schleicher Stiftung), Prof. Lisa Randall, Prof. Thomas Hirth (Vizepräsident des KIT). Bildrechte: Sandra Göttisheim/KIT

Am 8. Juli 2016 wurde der Julius Wess-Preis 2015 an Prof. Lisa Randall von der Harvard University verliehen. Mit dem Preis werden ihre richtungsweisenden Arbeiten zu Theorien jenseits des Standardmodells der Elementarteilchen anerkannt, insbesondere zur Vereinheitlichung der physikalischen Grundkräfte in Modellen mit zusätzlichen Raumdimensionen. Weitere Informationen zur Vergabe finden Sie in der Pressemitteilung des KIT vom 29.6.2016.

Die KIT-Stiftung bedankt sich vielmals für das Engagement der Schleicher-Stiftung und gratuliert der Preisträgerin herzlich!