Lern- und Anwendungszentrum Mechatronik

Das KIT hat sich zum Ziel gesetzt, eine der inspirierendsten Stätten für akademische Bildung in Europa zu werden. Dazu wollen wir unseren Campus weiterentwickeln, um den Studierenden optimale Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studium bieten zu können. Die Errichtung des sogenannten Lern- und Anwendungszentrums Mechatronik (LAZ) am KIT ist dabei ein wesentliches Element. Was ursprünglich als Alumni-Spendenaktion zur Bestuhlung für den neu konzipierten Gebäudekomplex „Nusselt“ auf dem Campus Süd des KIT begann, nahm eine sehr bemerkenswerte und erfreuliche Entwicklung: das Vorhaben wurde deutlich ausgeweitet und beinhaltet mittlerweile die Errichtung des LAZ.

Bis 2023 entsteht am KIT mit dem LAZ ein Zentrum für die Produktentwicklung, in dem Studierende den gesamten Prozess von der Idee bis zur Nutzung des fertigen Produkts erleben können. Mit der zunehmenden Vernetzung mechatronischer Systeme in der Industrie 4.0 muss die Betriebssicherheit von Anlagen fortlaufend gewährleistetet sein. Um diese Aspekte in Forschung, Lehre und Innovation besser zu verankern, wird das KIT das „Lern- und Anwendungszentrum Mechatronik“ einrichten und damit verbunden die SEW-Stiftungsprofessur „Vernetzte Sichere Automatisierungstechnik“ etablieren. Neuartige Lehrkonzepte, eine moderne Lern- und Lehrumgebung, ein funktional optimiertes Raumangebot für studentisches Lernen und Arbeiten sowie eine projektorientierte Infrastruktur verleihen diesem Projekt ein nationales Alleinstellungsmerkmal. Die Ausgangsbasis für dieses Projekt bilden hervorragende Erfahrungen im Studiengang „Mechatronik und Informationstechnik“, in dem das KIT den Studierenden interfakultativ und unmittelbar am industriellen Ingenieursalltag Fachwissen und Anwendungskompetenz vermittelt. Das Nutzungskonzept des LAZ wurde gemeinsam mit Professor Dr.-Ing. Sven Matthiesen vom Institut für Produktentwicklung (IPEK) entwickelt.

„Als einzige deutsche Exzellenzuniversität mit nationaler Großforschung bieten wir unseren Studierenden hervorragende Studienbedingungen“, sagt Professor Dr.-Ing. Holger Hanselka, Präsident des KIT und Vorsitzender des Vorstands der KIT-Stiftung. „Es gehört zu unserem Spirit, dass alle Lernenden schon früh im Studium an spannenden Forschungsprojekte teilhaben und so die ganze Vielfalt von Wissenschaft und Technik erleben. Das LAZ bietet dafür im Bereich der Produktentwicklung weltweit einzigartige Möglichkeiten.“

Der Neubau findet seinen Platz am Standort des 1960 erbauten Nusselt-Hörsaals an der Kaiserstraße auf dem Campus Süd des KIT. Die Abrissarbeiten haben bereits begonnen.

Dank der bemerkenswerten Spendenbereitschaft der Förderer der KIT-Stiftung ist das KIT einen großen Schritt auf dem Weg zur Errichtung des europaweit wegweisenden LAZ vorangekommen.

Darüber hinaus konnte bereits im Jahr 2017 mit SEW-EURODRIVE GmbH & Co. KG zusätzlich ein Großspender über die KIT-Stiftung gewonnen werden, der die bewilligte Finanzierung durch das Land Baden-Württemberg in herausragender Weise ergänzt.
 

SEW-Stiftungsprofessur „Vernetzte sichere Automatisierungstechnik“

Mit der zunehmenden Vernetzung mechatronischer Systeme in der Industrie 4.0 wird Funktionale Sicherheit zu einem zentralen Thema im Industrie- und Anlagenbau und somit für die gesamte industrielle Produktion. Um diesem Aspekt angemessen zu begegnen, richtet das KIT gemeinsam mit dem Förderer SEW-EURODRIVE GmbH & Co. KG die SEW-Stiftungsprofessur „Vernetzte Sichere Automatisierungstechnik“ ein. Die Stiftungsprofessur flankiert das neu entstehende LAZ und wird die Kompetenzen des KIT beim sicherheitsgerichteten Design der Mikrosystemtechnik auf Chipebene ausbauen. Hier werden Studierende projektorientiert lernen und „Funktionale Sicherheit“ anwenden und erleben. „Mit der Stärkung des Forschungsfeldes am KIT können wir nun einen sichtbaren Beitrag zur Lösung dieser gesellschaftlichen Herausforderung leisten“, so Professor Holger Hanselka. Dank der großzügigen Unterstützung von SEW-EURODRIVE können die Kompetenzen des KIT an dieser Schnittmenge wichtiger Technologiefelder gebündelt und weiter ausgebaut werden.

In dem aktuellen Kurzfilm „Mechatronische Produktentwicklung lernen und anwenden“ erhalten Sie einen kleinen Einblick in die Arbeit des Instituts für Produktentwicklung und des Instituts für Regelungs- und Steuerungssysteme am KIT: In der Lehrveranstaltung „Mechatronische Systeme und Produkte“ lernen Studierende wichtige Schritte der Konstruktion von Robotersystemen kennen, von der Idee bis zum Test, und sammeln praktische Erfahrungen, auch über das Fachwissen hinaus. 

Die KIT-Stiftung bedankt sich herzlich für die herausragende Unterstützung Ihres Kooperationspartners SEW-EURODRIVE GmbH & Co. KG sowie für das große Engagement der vielen weiteren Förderinnen und Förderer, die durch die Übernahme von Stuhlpatenschaften die Ausstattung der neu entstehenden Räumlichkeiten ermöglichen.

Gebäude Entwurf: Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten, Visualisierung: Nicolai Becker Images
Hörsaal Entwurf: Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten, Visualisierung: Nicolai Becker Images